POPINA AD CVCVMAS

 

Der Herd

Die Herde römischer Kneipen lassen sich ausschließlich aus den archäologischen Befunden nachvollziehen. Es gab, eher selten, direkt in die Tresen gemauerte Herdstellen, mit denen aber wohl nur Essen oder Getränke warmgehalten wurden. Die meisten Herde aber entspachen in ihrem Aufbau und Aussehen den Herden, die man auch in Privathäusern fand. Sie waren rechteckig und gemauert, oft mit einem Rundbogen an der Frontseite, unter dem Brennmaterial gelagert wurde. Die Oberfläche der privaten Herde war in der Regel geziegelt, oder es standen eiserne Herde darauf, von denen es zahlreiche Funde aus Pompeii gibt. Schornsteine oder Rauchabzüge gab es nicht. So war die Atmosphäre in den und um die Kneipen wohl immer eher rauchig, wie man z.B. auch bei Ausonius in der Mosella und bei Martial lesen kann:


Hier steht auch Lucius, der Hecht, mit lateinischem Namen lustig benannt, Bewohner der Tümpel und Todfeind quakender Frösche, in den von Binsen und Schlamm verdunkelten Kolken; er wird aber nicht als Speise für feine Tafeln erwählt, sondern dampft nur in Garküchen, die öliger Qualm verräuchert.


„Hic etiam Latio risus praenomine, cultor

Stagnorum, querulis uis infestissima ranis,

Lucius, obscuras ulua caenoque lacunas

Obsidet; hic nullos mensarum lectus ad usus

Feruet fumosis olido nidore popinis.“

Aus. Mos. 120-124.


Dreist schon hatte der Krämer die Stadt sich völlig genommen; wo eine Schwelle sonst ist, war keine Schwelle zu sehn. Doch auf deinen Befehl, Germanicus, wuchsen die Gäßchen, und was eben noch ein Pfad, wurde zur Straße gemacht. Und kein Pfosten ist mehr noch behängt mit Krügen an Ketten; auch der Praetor muß nicht mitten im Kote mehr gehn. Nicht zuckt blindlings hinfort im Gedränge das Messer des Bartschers oder besetzt den Weg völlig eine rauchige Kneipe (popina). Kneipwirt (copo), Koch und Barbier und Fleischer hat jetzt seine Schwelle; jetzt ist es Rom, was jüngst nichts als ein Laden (taberna) nur war.

Übers.: R. Helm (Zürich 1957)


Abstulerat totam temerarius institor urbem

    inque suo nullum limine limen erat.

Iussisti tenuis, Germanice, crescere uicos,

    et modo quae fuerat semita, facta uia est.

Nulla catenatis pila est praecincta lagonis              5

    nec praetor medio cogitur ire luto,

stringitur in densa nec caeca nouacula turba

    occupat aut totas nigra popina uias.

Tonsor, copo, cocus, lanius sua limina seruant.

    Nunc Roma est, nuper magna taberna fuit. 

Mart. 7.61

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