POPINA AD CVCVMAS

 

Das erste mal war ich im Alter von 6 Jahren in Pompeii. Schon seit jungen Jahren hat mich die Begeisterung für die Kultur der Römer, aber auch besonders für diese Stadt nicht mehr losgelassen. Ein Aspekt der römischen Alltagskultur, der mich schon von klein auf fasziniert hat, waren die römischen Kneipen - mit den in die Tresen eingelassenen Tongefäßen und den marmornen Theken, den damals noch viel farbenfroheren Wandmalereien und den Schriftzügen und Kritzeleien an den Außenwänden.


Gerade in den letzten Jahren hat sich unser Wissen über die Gesellschaft und die Lebensweise der Menschen am Golf von Neapel zur Römerzeit stark vergrößert: durch neue Forschungsansätze, neue naturwissenschaftliche Methoden und eine partielle Verschiebung der wissenschaftlichen Fragestellungen, die sich nun nicht mehr vorrangig mit Architektur und den „schönen Künsten“ befassen, sondern eher mit den „menschlichen“ Themen. Nirgendwo im Römischen Reich ist die Quellenlage zur Tisch- und Esskultur der Antike so dicht und so gut wie in Pompeii und Herculaneum.


Die Kneipenkultur der Antike ist ein Thema, das Besucher von Museumsveranstaltungen und „Römerfesten“ stark interessiert, lässt sich doch hier sehr einfach ein Bezug zur eigenen Lebenswelt herstellen. Leider kommt bei diesen Veranstaltungen die römische Zivilisation oft wie ein Zeltlager daher. Der vorwiegend urbane Lebensstil der Römer ist auf freier Wiese nur im Ansatz zu zeigen und schwer vermittelbar, es sei denn, die Freilichtmuseen verfügen über entsprechende feste Installationen in Form von Gebäudemodellen oder -rekonstruktionen, die dann während der Veranstaltungen oder Feste von Costumed Interpreters („Reenactors“) bespielt werden können.

Um meine Idee, die römische Kneipenkultur in einem schlüssigen Bild präsentieren zu können, umzusetzen, entstand die POPINA AD CVCVMAS auf Basis eines Holzrahmens im Modulbausystem, so daß sie tatsächlich wie ein festes Gebäude wirkt. Die Popina ist durch ihre Bauweise erweiterbar, in naher Zukunft wird noch ein Raum mit Triclinium dazukommen, und der Wirtsraum wird vergrößerbar angelegt, so dass dann auch optional vier Tische Platz darin finden werden können. Ich überlege auch, noch einen Schlafraum anzubieten, und die Popina so zum „Hospitium“ aufzuwerten. Die Popina bietet zahlreiche Vermittlungsmöglichkeiten: Vom „normalen Erzählen und Erklären“ über Kochvorführungen, die Ausgabe von Kostproben, bis hin zu kleinen Gruppenkursen zur antiken Koch- oder Gewürzkunde kann je nach Wunsch des Veranstalters der Besucher Spannendes und Unterhaltsames erfahren und erleben.

 
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Dr. Christian Koepfer vor einem Backofen in Pompeii