POPINA AD CVCVMAS

 
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Der Tresen

Der Tresen war die Arbeitsfläche römischer Kneipen. Hier wurde Essen produziert und ausgestellt, serviert, aber es wurden auch Lebensmittel und Gerätschaften darauf gelagert. Bei den meisten Kneipen war der Tresen unmittelbar an der Türschwelle aufgestellt. Dies ermöglichte einen guten Straßenverkauf und eine gute Präsentation des Angebotes. Der Großteil der Tresen war aus Holz, erhalten sind aber vor allem die Tresen aus Stein. Es gibt nur eine einzige Darstellung aus Pompeii, die einen Holztresen zeigt, allerdings nicht den einer Kneipe, sondern den eines Brotladens (Tablinum in Reg. VII 3, 30). In der Regel waren die Tresen der Kneipen dekoriert - meist mit rot bemaltem Putz, aber auch mit Marmorplatten, und ausschließlich in Pompeii auch mit Stuck und Malerei. Als Basis für meinen Nachbau dient die Front eines pompeianischen Tresens in der Reg. I 7, 14 . Da er nur durch ein einziges Foto schlecht dokumentiert ist, sind die Malereien durch andere Beispiele aus Pompeii ergänzt. Die Seite des Tresens ist rot gehalten, um den Charakter der meisten erhaltenen Tresen widerzuspiegeln. Die Tresen in Pompeii und Herculaneum sind mit 70-90 cm Höhe eher niedrig, deshalb ist nicht davon auszugehen, daß Speisen oder Getränke direkt am Tresen konsumiert wurden. Jüngere römische Tresen, z.B. in Ostia, sind deutlich höher. Deshalb wird vermutet, daß sich im Laufe der Zeit die Ess- und Trinksitten geändert haben. Durch die breiten Tresen entlang der Front der Kneipen war der Eingang daneben meist recht schmal. Viele Tresen hatten wandseits ein Stufenregal. Die Grabungsdokumentation ist so unvollständig, daß wir aus dem Befund nicht wissen, was auf den Regalen stand. Bildliche Darstellungen zeigen aber, daß auf den Regalen in erster Linie Krüge, Flaschen und Trinkgefäße standen. (http://www.ostia-antica.org/portus/portus09.jpg) So konnten die Arbeitsabläufe verkürzt und die Interaktion zwischen Kunden und dem Wirt vereinfacht bzw. intensiviert werden.

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